Zwischen bayerischem Brauchtum und Bundespolitik

Stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Katja Suding als Rednerin auf dem Karpfhamer Fest

Katja Suding

Im Dirndl erschien die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Katja Suding gestern auf dem Karpfhamer Fest. (Foto: Gerleigner)

KARPFHAM (LANDKREIS PASSAU) – „Grüß Gott liebe Niederbayern.“ Mit ungewohnten Einstiegsworten und im Dirndl hat sich Katja Suding (39), stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende und Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, bei der FDP-Kundgebung auf dem Karpfhamer Fest in der Holzhamer Hütte präsentiert. Ihr Zugeständnis ans von ihr „geschätzte“ bayerische Brauchtum kam an, wirkte weder übertrieben noch anbiedernd. Schnell machte die Gastrednerin aus dem Norden klar, dass es ihr um Inhalte geht.

Die FDP-Kreisvorsitzende Passau Land, Bettina Illein, stellte die Hauptrednerin Suding vor: „Für mich verkörpert Katja die neue, junge FDP, die uns wieder weiterbringen wird.“

In 25 Minuten Redezeit packte Katja Suding eine ganze Latte wichtiger bundespolitischer Themen an und sparte dabei auch nicht mit kräftigen verbalen Seitenhieben gegen die CSU-Politik. Ministerpräsident Horst Seehofer bekam als „bräsiger Horst“ oder „wild gewordener Derwisch“ extra viel Fett ab.

Die Pkw-Maut nannte Suding ein „Gaga-Projekt der CSU“, das Betreuungsgeld sei „Wahnsinn“. Es gehöre abgeschafft – in Bayern, in ganz Deutschland. Die Bildungspolitik propagierte sie als großes Zukunftsthema der FDP.“Treiber im Bereich der Bildungspolitik“Suding macht sich dafür stark, dass die Freien Demokraten „in Zukunft wieder der Treiber im Bereich der Bildungspolitik sind“. Gleiches gelte für die Gesellschaftspolitik.

Wie schon zuvor ihr Parteikollege Albert Duin plädierte Suding für mehr Marktwirtschaft. Als Beispiel nannte sie das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Dieses müsse komplett abgeschafft werden.

Sehr konkret wurde die FDP-Spitzenpolitikerin beim Thema Flüchtlinge und Asyl. Derzeit „erleben wir echtes Politikversagen“, kritisierte sie das schlechte „Management“ der Regierung. Suding forderte die pauschale Anerkennung von Kriegsflüchtlingen aus Afrika und die Visapflicht für Einreisende aus den Balkanländern. Der Bund müsse die Kosten für die Unterbringung der Asylbewerber übernehmen. „Wenn die Kommunen zahlen, hat der Innenminister keinen Anreiz, das zu ändern.“

von Carmen Keller

(Quelle: Passauer Neue Presse vom 02.09.2015)


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