FDP zu Europa-Hochschule Pfarrkirchen: „Staatsregierung muss Nägel mit Köpfen machen“

FDP Niederbayern unterstützt die Pläne der TH Deggendorf zur Erweiterung im Rottal/Mit Hochschule „Light“ ist niemand geholfen

DEGGENDORF/PFARRKIRCHEN – Die niederbayerischen Liberalen haben sich für die Ansiedlung einer – auch technisch orientierten – Europa-Hochschule im Landkreis Rottal-Inn ausgesprochen. „Die Staatsregierung muss endlich Nägel mit Köpfen machen“, forderte der FDP-Bezirksvorsitzende Alexander Fürter (Deggendorf).

Die konkreten Planungen der Hochschule für den Standort Pfarrkirchen betreffen die Studienrichtungen Gesundheitswissenschaften sowie Ingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Verfahrenstechnik. In jedem der beiden Schwerpunkte sollen nach den Planungen der Hochschule fünf Studiengänge angeboten werden, jeweils in enger Kooperation mit einer Partnerhochschule, sei es in Tschechien, Polen oder Österreich. Wir stehen voll und ganz hinter der sinnvollen Bildungsoffensive der TH Deggendorf“, sagte der FDP-Bezirksvorsitzende Alexander Fürter (Deggendorf). Geplant seien im Vollausbau 1.500 bis 2.000 Studierende und etwa 120 Stellen (60 Professoren/60 Dozenten und Verwaltungspersonal. Studienbeginn soll in ausgewählten Studiengängen das Wintersemester 2015/16 sein.

Das Potential der neuen Hochschule für die Region steht für Fürter im Brennpunkt. Es sei kein „unfreundlicher Akt“, wie Reaktionen aus Oberbayern zeigen, die Hochschule im Rottal anzusiedeln. „Wir Niederbayern wollen das eigene Bildungspotential der Region schöpfen und das Angebot für in- und ausländische Studenten interessant machen.“ Dabei gehe es nicht um Empfindlichkeiten aus Oberbayern, so Fürter. Deshalb plädiere er für einen Ausbau sowohl der Gesundheitswissenschaften als auch der technischen Studiengänge. „Niederbayern ist eine aufstrebende Wirtschaftsregion mit vielen klugen Köpfen und auch selbstbewusst genug eigene hochschulpolitische Vorhaben voranzutreiben.“ Alles andere als das vorgelegte Konzept der TH Deggendorf wäre eine Farce – eine internationale Hochschule deren Handlungsspielraum an der Bezirksgrenze enden würde“, sind sich die Liberalen einig. Mit einer „Europa-Hochschule Light“ sei niemandem geholfen – egal ob in Ober- oder Niederbayern, so der Rottaler FDP-Kreisvorsitzende Siegfried Seidl (Eggenfelden).

„Ministerpräsident Horst Seehofer muss endlich Farbe bekennen, dass seine Ankündigung mehr ist als ein Wahlkampf-Gag“, sagte der stellvertretende Rottaler FDP-Kreisvorsitzende Josef König (Pfarrkirchen). Ein klares Bekenntnis zu weiteren Pläne der Staatsregierung fehle bisher. Unabhängig von der Diskussion, ob Absolventen nur im Chemiedreieck nachgefragt werden, verwies FDP-Bezirksschatzmeister Claus Rothlehner (Eggenfelden) auf die vielen klein- und mittelständischen Unternehmen zwischen Donau, Rott und Inn: „Die regionale Wirtschaft hat Bedarf an erstklassig ausgebildeten jungen Menschen“, so Rothlehner.

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Soll bald Hochschulstadt werden: Pfarrkirchen im ndb. Landkreis Rottal-Inn.


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