OB-Wahl in Landshut: Stichwahl nicht ausgeschlossen

Am 9. Oktober wählt Landshut einen neuen OB – Vier Kandidaten treten an

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Vier Bewerber, ein Posten: Eine Stichwahl in Landshut gilt als wahrscheinlich. (Foto: cv)

Von Emanuel Socher-Jukić

Leicht hat man es den Kandidaten wahrlich nicht gemacht. Wer sich in diesem Jahr um das Amt des Oberbürgermeisters von Landshut bewirbt, musste sich in den vergangenen Wochen ganzen acht Podiumsdiskussionen stellen. Die letzte ihrer Art fand am Donnerstagabend statt – das Interesse war vor allem auf der Zielgeraden riesig, die Diskussionen zwischen den vier Kandidaten teils recht kontrovers. Eine Dame und drei Männer sind angetreten, um nach der Wahl am 9. Oktober Hans Rampf (CSU) als Oberbürgermeister zu beerben. Der Amtsinhaber darf aus Altersgründen nicht mehr antreten. Nach zwei Amtszeiten, die durchaus positiven Nachhall in der Bevölkerung hinterlassen haben, ist Schluss für den 67-Jährigen. Patricia Steinberger (SPD), Helmut Radlmeier (CSU), Stefan Gruber (Grüne) und Alexander Putz (FDP) wollen nun die Bezirkshauptstadt Niederbayerns in die Zukunft führen, und dabei gibt es einige gewichtige Herausforderungen. Seit Jahren wächst die Stadt jährlich um rund 1000 neue Bürger, die 70 000-Einwohner-Marke dürfte in diesem Jahr noch geknackt werden. Die Infrastruktur, ob nun bei Straßen, Kindergärten, Schulen und Baugebieten, hinkt dem Wachstum jedoch teils massiv hinterher. Deshalb sind jetzt Lösungen gefragt, das bekamen die vier Kandidaten nicht zuletzt bei den zahlreichen Podiumsdiskussionen zu hören.

Durchmarsch ist fraglich

Als aussichtsreichster Kandidat gilt Rampfs Parteifreund Helmut Radlmeier (50), der seit 2013 im Landtag sitzt, Stadtrat und Kreisvorsitzender der CSU ist. Ob es für ihn einen triumphalen Durchmarsch im ersten Wahlgang gibt, ist allerdings fraglich. Radlmeier haftet das Image an, zu zauderhaft zu sein. In einer repräsentativen Umfrage unserer Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung sprachen sich Anfang Juli rund 49 Prozent für Radlmeier aus. Damit wäre eine Stichwahl die logische Konsequenz. Allerdings: Die Zahl der Unentschlossenen und Nichtwähler war zu diesem Zeitpunkt mit 52 Prozent noch sehr groß. Zweitstärkster Kandidat in der Umfrage war Stadtrat Stefan Gruber von den Grünen (27,3 Prozent). Der 44-jährige Abteilungsdirektor der BayernLB galt im Falle einer Stichwahl lange als möglicher Gegenkandidat. Im Laufe des Wahlkampfs hat sich aber noch ein weiterer Kandidat hervorgetan, dem mittlerweile Chancen eingeräumt werden, in die Stichwahl zu kommen: Alexander Putz. Der gebürtige Österreicher, der seit über 30 Jahren in der Region lebt, tritt für die FDP an. Die ist in Landshut zwar alles andere als stark (sie stellt gerade mal einen von 44 Stadträten), doch der 53-jährige Putz hat es geschafft, sich als bürgerliche Alternative zu positionieren. Diese Rolle wäre eigentlich Gabriele Goderbauer-Marchner zugefallen, der Kandidatin der Landshuter Mitte, einer Abspaltung der CSU.

Kandidatin stirbt im Juli

Doch Goderbauer-Marchner erlag am 1. Juli einem Krebsleiden, drei Wochen zuvor hatte sie ihre Kandidatur zurückgezogen. Ihr hätten sogar viele zugetraut, Radlmeier im ersten Wahlgang auszustechen. Bleibt noch die jetzt einzige Frau im Feld: Patricia Steinberger (45). Die SPD-Kandidatin kam in der Umfrage Anfang Juli auf 10,8 Prozent. Mit einem solchen Ergebnis hätte sie das Wahlergebnis ihres Vorgängers bei der letzten Oberbürgermeisterwahl um über 100 Prozent gesteigert. Dennoch gab Steinberger schon im Juli das ehrgeizige Ziel aus, in die Stichwahl zu kommen.

Sofern es zu einer solchen kommt, mit welcher Kandidatenpaarung auch immer, müssten die Landshuter nach dem 9. Oktober ein zweites Mal ihr Kreuz machen. Stichwahltermin ist der 23. Oktober.

(Quelle: Landshuter Zeitung vom 01.10.2016 – Niederbayern-Teil)


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