OB-Wahl in Landshut: Finaler Schlagabtausch

Vor der Stichwahl: Landshuter OB-Kandidaten in Fernsehdiskussion

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Ab 18.30 Uhr war Einlass, fünf Minuten später war die Hütte rappelvoll. In „Sophie’s Alm“ fand am Montagabend die letzte Kandidatendiskussion vor der Stichwahl statt. Bei der von Isar TV und Landshuter Zeitung präsentierten Veranstaltung verlief die Konfliktlinie zwischen Alexander Putz (FDP) und Helmut Radlmeier (CSU) weniger entlang inhaltlicher Fragen. Vielmehr ging es um das gegensätzliche perspektivische Angebot der beiden, um „frischen Wind“ (Putz) versus „Bewährtes bewahren“ (Radlmeier).

Es hatte sich bereits kurz nach dem ersten Wahlgang vor einer Woche angekündigt: Helmut Radlmeier setzt für die Stichwahl auf Konfrontation. An dieser Strategie änderte er auch am Montag nichts. Seine Themen: die mangelnde Erfahrung des politischen Neulings Alexander Putz, dessen Wohnsitz in Bruckberg sowie die fehlende Präsenz des Gegenkandidaten im Landshuter Vereinsleben, Stichwort Ehrenamt. Putz, obwohl merklich von einer schweren Erkältung geplagt, nutzte die Gelegenheit, im Parieren der Vorwürfe sein rhetorisches Geschick unter Beweis zu stellen.

Radlmeier betont seine Verwurzelung

Während also Radlmeier von seiner eigenen Verwurzelung und der sich daraus ergebenden Nähe zum Bürger und seinen Anliegen sprach, ordnete Putz das Ganze als Wahlkampfgetöse und Stimmungsmache ein: „Landshut ist mein Lebensmittelpunkt. Für mich macht es keinen Unterschied, ob ich mich abends auf ein Grundstück auf dem Hofberg zurückziehe oder zum Schlafen in die Nachbargemeinde fahre .“

Auf die Frage von LZ-Redaktionsleiter Emanuel Socher-Jukić, der die Diskussion zusammen mit Verena Maier von Isar TV moderierte, ob er aufgrund fehlender kommunalpolitischer Erfahrung keine Angst vor dem Amt habe, sagte der FDP-Kandidat: „Ich habe schon früh viel Verantwortung übernommen. Als junger Vater mit 19 Jahren, als Ingenieur und als Unternehmensgründer. Nein, ich habe keine Angst davor.“ Radlmeier wiederum betonte die Notwendigkeit kommunalpolitischer Erfahrung im Sinne eines reibungslosen Übergangs: „Es ist wichtig, dass man die Abläufe und Gremien kennt. Einarbeitungszeit bedeutet Stillstand.“ Selbstverständlich müsse er sich in Verfahrensdetails einarbeiten, sagte daraufhin Putz: „Aber das geht sehr, sehr schnell. Überlassen wir die Entscheidung darüber einfach den Wählern.“

Was die kommunalpolitische Verantwortung betrifft, schoss sich Radlmeier kurzfristig auf Norbert Hoffmann, Landshuts einzigen FDP-Stadtrat, ein. So habe Hoffmann zuletzt etwa gegen den Haushalt gestimmt, was Radlmeier als Misstrauensvotum gegenüber den freiwilligen Leistungen wertete. „Absurd“, meinte daraufhin Putz. „Das Ehrenamt gehört zum sozialen Gefüge der Stadt. Das ist eine Selbstverständlichkeit.“ Einen Haushalt abzulehnen, bedeute nicht, jede Position in Frage zu stellen.

Zwischen den Fragen der Moderatoren wurden via Bildschirm auch Zuschauerfragen eingeblendet, die ein Team von Isar TV in der Stadt gesammelt hatte. So wandte sich etwa eine Stadtführerin mit der Frage an Putz, wie er mehr Touristen in die Stadt holen wolle. Putz sprach daraufhin vom enormen Fremdenverkehrspotenzial der Stadt, dass bislang noch nicht ausgeschöpft werde. Wie das möglich sein solle, wollte daraufhin Radlmeier wissen – „bei einem Tourismus-Etat von 90 000 Euro; zusätzliches Geld müssten wir uns im Haushalt dann woanders rausholen“. Dann müsse man eben in diesem Bereich Geld investieren, sagte daraufhin Putz: „Wir sprechen da von ein paar zehntausend Euro mehr, das muss drin sein.“

Entscheidende OB-Aufgabe: Mehrheiten organisieren

Die nächste Zuschauerfrage ging an Radlmeier: Wie kann man die Parkplatzsituation in Landshut verbessern ? Der Gefragte verwies auf die Parkhäuser und gab zu bedenken, dass der Raum begrenzt sei: „Da müssen wir nach Alternativen suchen.“ Auf die Frage nach den Mehrheiten, die sich jeder der beiden Kandidaten im Falle seiner Wahl organisieren müsste, verwies Radlmeier darauf, dass die CSU-Fraktion, obgleich nur noch 14 Mitglieder zählend, immer noch die größte im 44-köpfigen Stadtrat sei. Aber natürlich sei es wichtig, dass man sich Mehrheiten suche – „das war bisher so und das wird auch in Zukunft so sein“. Putz sagte, dass er bereits mit seinem Ergebnis im ersten Wahlgang unter Beweis gestellt habe, dass er in der Lage sei, überparteilich zu mobilisieren.

Blieb die etwas hinterlistige Frage, was die Kandidaten am Wahlkampf des jeweils anderen am meisten beeindruckt hat. „Der österreichische Schmäh“, sagte Radlmeier über den gebürtigen Niederösterreicher Putz. Dieser wiederum erwähnte „den fairen Umgang auf der persönlichen Ebene“, den er sehr geschätzt habe.

Von Uli Karg

Programmhinweis

Die Aufzeichnung der Diskussion in „Sophie’s Alm“ ist am kommenden Freitag um 18 Uhr auf Isar TV zu sehen.

(Quelle: Landshuter Zeitung vom 19.10.2016, Stadtteil Landshut)


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