OB-Wahl in Landshut: Euphorie hier, Enttäuschung dort

Die Stimmung nach der Wahl: Kreisvorsitzende berichten aus ihren Parteien

Gemischte Gefühle in den Parteilagern: Während bei den einen die Stimmung nach der OB-Wahl eher im Keller ist, macht sich bei den anderen Euphorie breit. Besonders zwei Kreisvorsitzende sehen die eher bescheidene Wahlbeteiligung in Landshut als eine Ursache, wieso ihre Kandidaten weniger Stimmen einfuhren als erhofft. Doch nun heißt es noch einmal kräftig die Werbetrommeln rühren: Die Vorbereitungen auf die Stichwahl in zwölf Tagen laufen auf Hochtouren.

CSU-Kreisvorsitzender Florian Oßner ist freilich nicht erfreut darüber, dass Parteikollege Helmut Radlmeier bei der OB-Wahl nur etwa ein Drittel der Stimmen erhielt. Ein Grund dafür ist laut Oßner die magere Wahlbeteiligung: „Über die Hälfte der Wahlberechtigten hat sich wohl gedacht, die Wahl ist eh schon gelaufen, und ist zuhause geblieben“, so der Bundestagsabgeordnete.

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Will für die Stichwahl noch einmal die Werbetrommel rühren: CSU-Kreisvorsitzender Florian Oßner (rechts) mit OB-Kandidat Helmut Radlmeier.

Noch eine Erklärung hat Florian Oßner parat, wieso die Wahl für die CSU unerwartet schlecht ausfiel. „Es gibt Mitbewerber, die sich nicht auf politische Inhalte konzentriert haben, sondern auf das, was der andere nicht kann“, meint Oßner. Der CSU-Kreisvorsitzende spricht hier von einer „Negativkampagne gegen Radlmeier“. Diese habe das politische Klima vergiftet und die Leute verunsichert, so Oßner.

Für die Stichwahl will Florian Oßner noch einmal kräftig die Werbetrommel rühren für den CSU-Kandidaten. Oßner: „Wir werden alles in die Waagschale werfen und für Helmut Radlmeier kämpfen.“

 

Aufbruchstimmung im Lager der FDP

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Euphorisch in den Endspurt: Für FDP-Kreisvorsitzende Nicole Bauer ist Parteikollege Alexander Putz der Richtige für das OB-Amt.

Regelrechte Aufbruchstimmung herrsche im Lager der FDP, berichtet deren Kreisvorsitzende Nicole Bauer. Sie selbst ist sehr glücklich über den Erfolg des FDP-Kandidaten Alexander Putz, will aber bescheiden bleiben. Denn der Endspurt steht an. „Jetzt müssen wir die Wähler weiter überzeugen, dass Putz der beste Mann für das OB-Amt ist“, so Bauer.

Das Programm bis zur Stichwahl in zwölf Tagen sei bereits ausgetüftelt. Dabei legt die FDP laut Nicole Bauer weiterhin großen Wert auf Bürgernähe. Dieses Konzept sei in den vergangenen Wochen bereits aufgegangen: Offen und herzlich seien die Landshuter auf die Partei zugegangen, erzählt FDP-Kreisvorsitzende Bauer.

Wahlbeteiligung: „Mies und beschämend“

Weniger euphorisch sieht die Lage bei Petra Seifert aus. Die Kreisvorsitzende der Grünen hatte eigentlich erwartet, dass ihr Kandidat Stefan Gruber in die Stichwahl kommt. Dass dieses Ziel nicht erreicht wurde, sei auf die magere Wahlbeteiligung der Landshuter zurückzuführen. Seifert macht ihrem Ärger Luft: „Das ist mies, total enttäuschend. Diese Wahlbeteiligung ist beschämend für einen demokratischen Staat.“

Auch kann die Grünen-Politikerin nicht nachvollziehen, wieso Alexander Putz so viele Stimmen bekommen hat. Für sie persönlich wäre es angesichts einer „ganzen Reihe an Problemen in der Stadt“ zu heikel gewesen, einen politischen Newcomer zu wählen.

Putz hat laut Seifert zwar einen „sympathischen Wahlkampf“ geführt. Doch er habe keine Erfahrung in der Kommunalpolitik. Dabei geht sie noch einen Schritt weiter: Wenn Alexander Putz die Stichwahl gewinnen sollte, so Seifert, dann hätte man die „Katze im Sack gekauft“. Das heißt laut Petra Seifert: „Man weiß nicht, was man kriegt.“

Ruth Müller, Kreisvorsitzende der SPD, sieht das Wahlergebnis ihrer Partei zwiegespalten. „Es ist ein toller Erfolg für Patricia Steinberger“, so Müller. Den hätte ihr kaum jemand zugetraut. Der Wermutstropfen sei, so Ruth Müller, dass ihre Partei bei der OB-Wahl dennoch auf dem letzten Platz landete. „Es wäre mehr drinnen gewesen, wenn mehr Frauen zur Wahl gegangen wären“, meint Ruth Müller.

Erster gelber Fleck in Niederbayern?

Auch SPD-Kreisvorsitzende Müller macht sich Gedanken über die Wahlbeteiligung in Landshut. „Kein Ruhmesblatt“, so Ruth Müller. Ihrer Meinung nach wären möglicherweise mehr Bürger an die Wahlurne gegangen, wenn alle vier Kandidaten im Vorfeld gemeinsam zur Wahl aufgerufen hätten. Hier lobt sie die Arbeit der Landshuter Medien. Diese hätten die Wahl hervorragend begleitet, so Müller. Über die Ideen und Ziele der Kandidaten hätten sie die Bürger bestens informiert. Die Stichwahl jedenfalls bleibt auch für Ruth Müller spannend. Falls Alexander Putz gewinnen sollte, so Müller, dann würde das den „ersten gelben Fleck auf der politischen Landkarte in Niederbayern“ bedeuten. „Das wäre schon eine Sensation“, so Ruth Müller.

Von Thomas Utz

(Quelle: Landshuter Zeitung vom 11.10.2016, Landkreisteil Landshut)


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