„OB muss Moderator und Impulsgeber sein“

FDP Landshut-Stadt kürt ihren Stadtchef Alexander Putz zum Kandidaten für die Oberbürgermeister-Wahl

Albert Duin und Alexander Putz

FDP-Landeschef Albert Duin (links) gratulierte Alexander Putz zu dessen Nominierung als OB-Kandidat der Liberalen. Foto: jv

Von Johannes Viertlböck

Jetzt ist es offiziell: Die FDP tritt erwartungsgemäß mit ihrem Stadtverbands-Vorsitzenden Alexander Putz zur OB-Wahl am 9. Oktober an. Bei der Nominierungsversammlung am Montagabend in der Tafernwirtschaft Schönbrunn stellten sich die elf anwesenden, stimmberechtigten Mitglieder einmütig hinter den 52-jährigen gebürtigen Niederösterreicher. Damit folgten sie dem Vorschlag der Kreisvorstandschaft, die sich bereits vor rund sechs Wochen auf den Bauingenieur festgelegt hatte.

Putz formulierte vor insgesamt rund 25 Besuchern – darunter FDP-Landesvorsitzender Albert Duin (siehe nebenstehenden Bericht) – in einer rund 20-minütigen, frei vorgetragenen Bewerbungsrede seine Anforderungen an einen guten Rathauschef. „Ein OB muss nicht nur Moderator, sondern auch wichtigster Impulsgeber der Stadtpolitik sein“, sagte er. Das traue er sich zu, weil er nicht in Schwarz-Weiß-Kategorien denke, sondern eine Verantwortungsethik befürworte: „Es geht darum, Lösungen zu finden, die unsere Stadt voranbringen und das Leben für die Bürger noch lebenswerter machen“, sagte Putz. „Ideologien müssen zurückstehen.“

Putz fordert Masterplan für Schulsanierungen

Grundsätzlich sieht der Bauingenieur, der in der Neustadt ein bundesweit tätiges Planungsbüro für Brückenbauprojekte betreibt, die Stadt gut aufgestellt. „Landshut hat Riesenpotenzial, auch weil es von der Boomregion München und dem Flughafen Franz Josef Strauß profitiert.“ Wo Licht sei, sei aber auch Schatten. So bereite ihm die schlechte Haushaltslage Sorgen, betonte Putz. Die Handlungsspielräume würden dadurch massiv eingeschränkt. Daran habe sich in den vergangenen Jahren trotz Rekordeinnahmen und Niedrigstzinsen bedauerlicherweise nichts geändert. „Wir treten nach wie vor als Bittsteller bei der Regierung von Niederbayern auf, um weitere neue Schulden machen zu dürfen.“Er wolle als OB auf einen sorgsameren Umgang mit den finanziellen Ressourcen achten, versprach Putz. Dazu gehöre, die Wertschöpfung der Stadt zu erhöhen – sei es durch die Ansiedlung von neuen Gewerbebetrieben, sei es durch einer verbesserte Förderung von Neugründungen. Dafür schwebt ihm „ein echtes Gründerzentrum in Zusammenarbeit mit unserer Hochschule“ vor. Momentan allerdings fehle das Geld an allen Ecken und Enden, so Putz. Besonders betroffen sei die Infrastruktur. Daher müsse genau überlegt werden, wohin die Finanzmittel fließen sollen. „Wir brauchen einen Masterplan für Schulsanierungen mit einer klaren Prioritätensetzung“, forderte der FDP-Stadtchef.

Liberale sagen Ja zu B 15 neu und Westtangente

Deutlich wurde am Montagabend auch, dass Putz im Wahlkampf nicht zuletzt die Verkehrsprobleme der Stadt in den Mittelpunkt rücken dürfte. Mit Nachdruck sprach er sich einmal mehr für den vierspurigen Weiterbau der B 15 neu über die A 92 hinaus Richtung Rosenheim aus. Dabei griff er insbesondere die CSU und die Staatsregierung scharf an: Diese habe durch ihren internen Streit und die Anmeldung von zwei Trassenvarianten zum neuen Bundesverkehrswegeplan „dem Projekt mehr geschadet, als es die Grünen und andere Gegner je gekonnt hätten“. Mit dem Weiterbau der B 15 neu seien zudem die Verkehrsprobleme Landshuts nicht gelöst. Putz machte sich deswegen auch für den Bau einer Westtangente stark, nicht zuletzt um neue Wohn- und Gewerbegebiete, die im Westen entstehen sollen, anzubinden. Der Bürgerentscheid zur Westtangente sei vor Jahren „von den Befürwortern versiebt worden, weil die ihre Meinung nicht offen gesagt und auch den Landkreis nicht ins Boot geholt“ hätten. Putz möchte diese Fehler nicht wiederholen: „Unser Ziel ist es, dass sowohl die B 15 neu verlängert als auch eine Westtangente mit Fortsetzung im Landkreis gebaut wird.“

Nachholbedarf sieht Putz aber nicht nur in der Verkehrspolitik. Auch das Tourismuskonzept sei ihm „ein Dorn im Auge. Denn zwischen den Aufführungen der Landshuter Hochzeit passiert leider herzlich wenig.“ Es gehöre viel mehr gemacht, um die schöne Stadt besser zu verkaufen. Internationaler aufstellen solle sich Landshut zudem im Wirtschaftsbereich. „Wir müssen auf Messen aktiver werden, denn wir brauchen das internationale Flair und Impulse von außen.“

Putz gab indes nicht nur einen Einblick in seine sachpolitischen Überlegungen, sondern auch in sein Seelenleben. Es sei für ihn eine große Ehre, sich für die FDP um das Amt des Oberbürgermeisters bewerben zu dürfen. „Als ich vor knapp 34 Jahren als 19-Jähriger nur mit einer Sporttasche und einer Gitarre nach Landshut gekommen bin, um mit meiner hochschwangeren Freundin eine Familie zu gründen, hätte ich mir das nicht träumen lassen“, sagte der gebürtige Niederösterreicher unter dem Beifall seiner Parteifreunde. Von denen bekam Putz denn auch viele Vorschusslorbeeren. Allen voran von Stadtrat Norbert Hoffmann: „Wir haben das richtige Programm und den richtigen Kandidaten“, stellte er fest. „Wir werden der Konkurrenz das Rathaus nicht kampflos überlassen.“

(Quelle: Landshuter Zeitung vom 27.01.2016 – Rubrik Landshut-Stadt)


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