Hautnah die Sorgen der Einzelhändler erfahren

In einem Gespräch mit Betroffenen hat der FDP-Landtagsabgeordnete Alexander Muthmann die Sorgen der Einzelhändler hautnah erfahren. „Man kann spüren, wie das Klima von Tag zu Tag schlechter wird“, schilderte Janos Metz vom Kaufhaus Wegmann die aktuelle Situation. Der Unternehmer gehört ebenfalls der FDP an und ist zusammen mit Muthmann im Vorstand des niederbayerischen Bezirksverbandes. In dem Arbeitstreffen, das in der vergangenen Woche stattfand, wurden auch kommunalpolitische Themen angesprochen. Einigkeit herrschte darüber, dass die Ansiedlung des Grundsteueramtes viel zu lange dauert. Muthmann versprach, sich für eine schnellere Umsetzung des für Zwiesel „historischen Projektes“ einzusetzen.

„Wie kommt ein Geschäftsmann durch die Corona-Krise?“, lautete die Einstiegsfrage an Janos Metz. Seine Antwort: die online-Nachfrage sei stark gestiegen; die Kunden tätigten aber immer noch Ihre Einkäufe zu einem überragenden Anteil bei Amazon und eBay statt auf der unternehmenseigenen Website. Das führe dazu, dass der Umsatz in der Summe fast gleichgeblieben, der Gewinn aufgrund der hohen Provisionen und Portokosten jedoch gleichzeitig deutlich zurückgegangen sei. Aus diesem Grunde habe man bisher auch erst ein kleines Hilfsprogramm in Anspruch nehmen können (Neustart Kultur). Im ersten Lockdown hätten die großen Versandhändler die Nachfrage nicht mehr selbst bedienen können, weshalb die kleinen Händler zum Zuge gekommen seien.
Auf die zweite Welle hätten sich aber die „Big Player“ besser vorbereitet, so dass insgesamt weniger für die „Marktplatz Händler“ übriggeblieben sei. Seit Ende Januar ginge überdies die Nachfrage deutlich zurück. „Es muss jetzt dringend geöffnet werden, wenn die Einzelhändler vor Ort noch eine Perspektive haben sollen“, verlangte Janos Metz, der schon vor vielen Jahren in ein ERP-System investiert hat. Mit dieser Softwarelösung werden betriebliche Ressourcen wie Kapital, Personal oder Produktionsmittel bestmöglich gesteuert und verwaltet. Diese Investition mache sich nun bezahlt, sagte Metz.

Alexander Muthmann versprach, nicht locker zu lassen und sich im Landtag weiter für die Öffnung des Einzelhandels einzusetzen. „Aus meiner Sicht ist die jetzige Situation ein verfassungswidriger Zustand. Während die Discounter alles verkaufen was nur irgendwie möglich ist, müssen die Fachhändler zusperren, obwohl sie gute Hygienekonzepte haben“, erklärte Muthmann.

Im zweiten Teil des Gesprächs ging es noch um die Kommunalpolitik vor Ort. Janos Metz berichtete dabei von den aktuellen Themen im Stadtrat wie der Schaffung einer Jugendsozialarbeitsstelle (JaS) an der Zwieseler Grundschule, die Auflagen für die Stabilisierungshilfe, die Modernisierung der Zwieseler Kindergärten sowie der Ansiedlung des Grundsteueramtes. Bei den letztgenannten Themen tue sich seit Monaten wenig. Alexander Muthmann und Janos Metz waren sich einig: Die Ansiedlung des Grundsteueramtes ist eine historische Chance für Zwiesel!

Die Arbeitsplätze würden unabhängig von Corona dringend benötigt und mit dem Umzug nach Zwiesel müsste schnellstmöglich begonnen werden.
Muthmann versprach, auch hier am Ball zu bleiben, damit das Projekt schnellstmöglich umgesetzt wird.


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