„Geht auf die Leute zu!“

Ex-Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch zu Gast bei der FDP

Ein gutes Konzept und eine Presseerklärung machen noch keine gute Parteiarbeit. „Geht auf die Bevölkerung zu! Redet mit jedem“, war deshalb auch der große Ratschlag von Dr. Wolfgang Heubisch an seine Landshuter FDP-Parteigefährten beim Fischessen am Mittwochabend im „Augustiner“. Damit brachte er das Problem auf den Tisch, das die Partei knapp fünf Jahre, nachdem sie aus dem Bundestag geflogen ist, immer noch hat. So richtig beachtet sie in der Öffentlichkeit keiner mehr.

Dr. Wolfgang Heubisch sprach beim Fischessen der FDP. Foto: Stolzenberg

Dr. Wolfgang Heubisch sprach beim Fischessen der FDP. Foto: Stolzenberg

LANDSHUT – In gewisser Weise merkte man das auch an den Besuchern. Der erste Stock des „Augustiners“ war mit den etwa 30 Besuchern gut gefüllt, aber vor allem Parteimitglieder waren da und Freunde der FDP. Allerdings, anders sehen die Veranstaltungen der anderen Parteien auch nicht aus. Heubischs Referat war deshalb ein Gesamtpaket für Parteifremde und Parteifreunde. Es ging ihm darum, zu zeigen, was im Land los ist und wie die FDP helfen kann, das erodierende gesellschaftliche Fundament zu kitten. „Uns geht es gut – noch“, warnte der ehemalige bayerische Wissenschaftsminister die Anwesenden.

Natürlich äußerte Heubisch sich in diesem Zusammenhang zur Flüchtlingssituation. Hier sei es wichtig, alle Dinge anzusprechen und alle Standpunkte zu diskutieren, das seien die Grundvoraussetzungen einer Demokratie. Auch sei ein idealistisches „Wir schaffen das“ schlichtweg nicht einzuhalten. Genauso wenig würde der Populismus der CSU etwas bringen. Heubisch: „Dieser hat nichts erreicht – außer, dass die AFD gestärkt wird.“ Heubisch verschrieb sich der europäischen Idee, mahnte, dass man Schengen und Dublin nur dann retten könne, wenn man Italien und Griechenland an den Außengrenzen unterstützt, und forderte ein, den arabischen Staaten einen Weg aus den Kriegen zu zeigen – schließlich gingen diese auch auf das Versagen der Militärpolitik von EU und USA zurück.

Weitere Themen von Heubisch waren der Arbeitsmarkt („Frau Nahles will alle liberalen Errungenschaften der vergangenen Jahre zurückdrehen“), der Arbeitsmarkt der Zukunft („Hier haben wir nur eine Chance: Bildung als Währung unserer Zukunft“), die Industrie 4.0 und die drohende Einschränkung des Bargeldverkehrs („In beiden Fällen drohen wir Grundrechte und Freiheit zu verlieren“). Sein Fazit: Ganz klar, Deutschland braucht die FDP. Nur, um diese Botschaft in die Köpfe der Wähler zu bekommen, müsse die Partei auch das Gespräch mit ihnen suchen. Das Ziel der Partei müsse sein, wieder in Landtage zu kommen, in Bayern eine neue Koalition mit der CSU zu schmieden und schlussendlich wieder in den Bundestag einzuziehen.

Und auch für die Oberbürgermeisterwahl rechnete er dem Kandidaten und Kreisvorsitzenden der FDP Landshut-Stadt, Alexander Putz, gute Chancen aus. Landshut sei ein Symbol für Dynamik. Und eine dynamische Stadt brauche einen dynamischen Oberbürgermeister. Putz griff Heubischs Faden bereitwillig auf. Wahlkampf wolle er noch keinen machen, aber Ideen präsentieren. So sieht er es als wichtig an, Landshut überregional und international zu präsentieren, um so Unternehmen in die Stadt zu locken und mehr Einnahmen in die Stadtkasse zu spülen. Auch sprach er sich noch einmal für die B15 neu und eine Westtangente aus. -seg-

(Quelle: Landshuter Zeitung vom 12.02.2016)


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