FDP wirft Blick auf demographischen Wandel

MAINBURG/KELHEIM – Das Interesse in der Bevölkerung war groß als der FDP Kreisverband Kelheim am Mittwoch den „Demographischen Wandel“ in Mainburg thematisierte.

Demographischer Wandel 1

Im Bild die Landesvorsitzenden der Liberalen Senioren, Gisela Bock (Mitte). Daneben (v.l.): Michael Huber, Reinhold Höppner, Nicole Bauer, Gisela Bock, Maria Raum, Claudia Raum, Dr. Michael Schöll.

„Schon jetzt ist klar, dass es den demographischen Wandel in unserer Gesellschaft geben wird, dennoch wagt sich die Politik nicht an dieses wichtige Thema“, so die Kreisvorsitzende Maria Raum (Siegenburg) einleitend.

Gisela Bock, Gastrednerin der Veranstaltung und bayerische Landesvorsitzende der Liberalen Senioren, sieht schon jetzt Probleme für die sozialen Sicherungssysteme durch die „silberne Revolution“ kommen. 2050 gäbe es genau so viele Menschen im Alter über 60, wie Menschen zwischen 20 bis 60 Jahren. Als liberalen Lösungsvorschlag sieht Bock hier das flexible Renteneintrittsalter. „Es soll jeder selbst entscheiden können, wann er in Rente gehen möchte.“, so ihre Forderung. In Deutschland seien im Vergleich zu anderen europäischen Ländern mit 7% nur sehr Wenige im Alter zwischen 65 und 74 Jahren erwerbstätig. Einerseits fehlen uns die Erfahrungen dieser Leute, andererseits zahlt der Arbeitgeber für über 65-Jährige Arbeitnehmer weiter Sozialversicherungsbeiträge, ohne dass der Arbeitnehmer dadurch etwas davon hätte.

„Jeder möchte dabei in den eigenen vier Wänden alt werden“, so der Mainburger Stadtrat, Dr. Michael Schöll. Und die Landesvorsitzende der Senioren ergänzte: „Es können auch gar nicht alle in Heimen untergebracht werden.“ Trotz einer gesetzlichen Vorschrift, wonach Rehabilitation der Pflege vorzugehen habe, entspreche dies aber nicht der tatsächlichen Handhabe. „Krankenkassen tragen die Kosten für die Reha, Bezirke die Kosten für die Pflege, somit läge es gar nicht im Interesse der Krankenkasse, dass die Leute in Reha gingen, um wieder selbständig zurecht zu kommen.“, prangerte Bock an.

Nach einer weiteren gesetzlichen Regelung ist der ambulanten Pflege Vorrang vor der stationären Pflege einzuräumen. Bock problematisiert, dass es jedoch zu wenig Tagespflege- und Kurzzeitpflegeeinrichtungen gäbe. „Neben der großen Belastung für die Angehörigen, sind die Pflegeleistungen bei der Heimpflege viermal so hoch wie bei einer häuslichen Pflege.“, sagte sie.

In diesem Punkt pflichtete ihr Robert Vasas (Attenhofen) bei. Er monierte den bürokratischen Kampf, der Angehörige erwartet, wenn es um die Erstattung medizinischer Hilfsmittel geht. Oftmals verweise die Krankenkasse auf die Pflegekasse und umgekehrt. Leidtragende sind die Angehörigen.

Einig waren sich die Anwesenden darin, dass die Pflegeberufe dringend eine höhere Anerkennung bräuchten. „Altenpfleger ist kein Beruf, sondern eine Berufung“, betonte Reinhold Höppner (Riedenburg).

Bock zeigte mit weiteren Anmerkungen zum Pflege-TÜV oder zu den Regelungen im Beamtengesetz, dass es viel Handlungsbedarf im Hinblick auf den demographischen Wandel gibt. Ihre Bilanz: „Es ist dringend nötig, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen, und es ist dringend nötig, dass die Politik endlich handelt.“

Zu Beginn der Veranstaltung wurden von den Mitgliedern die Delegierten zum Landes- und Bezirksparteitag gewählt. Unter der Leitung von Landesvorstandsmitglied Nicole Bauer (Velden) wurden für den Bezirk und das Land Claudia Raum (Painten), Maria Raum (Siegenburg), Dr. Heinz Kroiss (Abensberg) und Robert Vasas (Attenhofen) gewählt. Diese werden beim Bezirksparteitag durch Dr. Michael Schöll (Mainburg) und beim Landesparteitag durch Hiltraud Haimerl (Mainburg) zu einer fünfköpfigen Mannschaft komplettiert.


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