DREXLER: „Datenskandal muss sofort unterbunden werden“

Apotheken-Rechenzentrum verkauft Millionen von Kundendaten an US-Marktforschungsunternehmen

Berlin/Freyung – Mit Empörung hat der Freyunger FDP-Bundestagsabgeordnete Gerhard Drexler darauf reagiert, dass nach Medienberichten Millionendaten von Patienten mit Rezept- und Krankheitsdaten an US-Marktforschungsunternehmen weiterverkauft werden. „Das ist ein absoluter Skandal, der sofort unterbunden werden muss“, fordert Drexler.

Laut „Spiegel“ verkaufen die zentrale Rechenzentren der Apotheken, die Rezepte einscannen und abrechnen, die Datensätze teils mit lebenslangem Code, Alter und Geschlecht und Verschreibungschronik an Marktforschungsunternehmen. Das US-Unternehmen IMS Health verfolge in Deutschland laut einem internen Papier 42 Millionen gesetzlich Versicherte mit ihren Krankheiten. Viele Patientenkarrieren seien zurück bis 1992 verfügbar.

Daten zu verkaufen, die darüber Aussagen zulassen, welcher Arzt seinem Patienten bei einer Krankheit welches Medikament verschreibt, sind natürlich für die Pharmakonzerne sehr interessant, so Drexler. Doch es handele sich hierbei um eine absolut illegale Vorgehensweise. „Der Sachverhalt muss umgehend aufgeklärt werden“, fordert Drexler.

Die Apotheker-Rechenzentren dürften nicht Geld damit machen, indem sie gegen die geltende Rechtssprechung vertrauliche Patientendaten an Dritte weitergeben. „Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, wird die Datenschutzkeule der FDP mit aller Macht zuschlagen“, verspricht Gerhard Drexler.


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