Alexander Fürter neuer FDP-Chef

(v.l.) Landesvorsitzender Albert Duin, stlv. Bezirksvorsitzende Maria Raum, stlv. Bezirksvorsitzender Christian Neulinger, Bezirksvorsitzender Alexander Fürter, stlv. Bezirksvorsitzende Nicole Bauer, ehem. Bezirksvorsitzender Dr. Andreas Fischer (Foto: König)

(v.l.) Landesvorsitzender Albert Duin, stlv. Bezirksvorsitzende Maria Raum, stlv. Bezirksvorsitzender Christian Neulinger, Bezirksvorsitzender Alexander Fürter, stlv. Bezirksvorsitzende Nicole Bauer, ehem. Bezirksvorsitzender Dr. Andreas Fischer (Foto: König)

 

zur Bezirkshauptversammlung am 06.01.2014 berichtete die PNP wie folgt:

Bogenberg. Überraschung bei dem zum Bezirksparteitag umfunktionierten traditionellen Dreikönigstreffen der niederbayerischen FDP auf dem Bogenberg: Bei der Neuwahl des Bezirksvorsitzenden setzte sich der Deggendorfer Kreisvorsitzende Alexander Fürter (44) gegen Siegfried Seidl (Rottal-Inn) und Christian Neulinger (Pocking) durch.

Der Deggendorfer Unternehmer setzte sich in der Stichwahl knapp mit 21:19 Stimmen (bei einer Enthaltung und einer Nein-Stimme) gegen den Eggenfeldener Rechtsanwalt Seidl durch. Bei den Stellvertreter-Wahlen wurde IT-Techniker Christian Neulinger (34) in seinem bisherigen Amt bestätigt. Neu als stellvertretende Bezirksvorsitzende wurden die Ingenieurin Nicole Bauer (26) aus Velden und Betriebswirtschaftlerin und Jura-Studentin Maria Raum (25) aus Siegenburg gewählt. Die bisherigen Stellvertreter Sandra Pacher (Bogen) und Josef König (Rottal-Inn) hatten nicht mehr kandidiert. Die engere Vorstandschaft wird komplettiert durch Schatzmeister Claus Rothlehner (Eggenfelden) und Schriftführer Alexander Putz (Landshut).

Kritik an Duins Grußwort
Der bisherige Bezirksvorsitzende Dr. Andreas Fischer, der nach elf Jahren an der Spitze nicht mehr angetreten war, hatte zum Auftakt des Bezirksparteitages das Jahr 2014 zum „Jahr der Liberalen“ ausgerufen. In seinem Rechenschaftsbericht machte er klar, dass er entgegen allen Gerüchten aufgrund neuer beruflicher Aufgaben als Jurist, die unverträglich mit einer exponierten Stelle in einer Partei seien, auf eine erneute Kandidatur verzichtet habe.

In seinem Rechenschaftsbericht erinnerte er an die Höhen und Tiefen seiner Amtszeit, die sich vor allem in Wahlergebnissen ausgedrückt hätten. Den Tiefpunkt habe man 2002 mit 1,8 Prozent in Bayern erreicht, den Höhepunkt 2009 mit über 14 Prozent bei den Bundestagswahlen. Übernommen habe er die niederbayerische FDP mit 360 Mitgliedern, in den besten Zeiten habe man 750 gezählt. Derzeit liege man bei knapp unter 500. „Mit dem Neuanfang werden wir wieder zu alter Stärke zurückfinden“, zeigte sich Fischer überzeugt. Die letzten Wahlschlappen seien nicht „hausgemacht“, sondern Folgen des bayern- bzw. bundesweiten Trends und einer Stimmung gewesen, in der man der FDP nicht mehr zugetraut habe, gebraucht zu werden.

Landesvorsitzender Albert Duin konstatierte, dass ein Ruck durch die Partei gegangen sei, beim Dreikönigstreffen in Stuttgart habe man keines der altbekannten Gesichter mehr gesehen, der Umgang miteinander sei offener gewesen, Hierarchien gebe es keine mehr. „Es gibt ein Ausschlussverfahren, das Mitglied ,Klientel‘ wird rausgeschmissen“, kündigte er für seine Amtszeit an.

Ex-Landtagsabgeordneter Dietrich Freiherr von Gumppenberg gestand in der Aussprache zu: „Ein gerüttelt Maß Schuld am Wahldebakel trifft uns selbst, wir haben Fehler gemacht. Wir haben vieles angestoßen, was die CSU als Erfolg für sie verkauft hat. Wir waren in der Koalition nicht gegenwärtig, haben uns nicht PR-technisch verkaufen können.“

Der Kurzzeit-Bundestagsabgeordnete Gerhard Drexler sah die FDP mit der Neuaufstellung auf dem richtigen Weg, wenn man den „Herrn Klientel“ ausschließen wolle, aber, so mahnte er: „Zielgruppen dürfen wir haben, wir müssen eine Linie und ein Ziel präsentieren. Mit einem entsprechenden Angebot werden wir auch die Wähler wiederbekommen.“

Vielbeachtete Kritik bekam der neue Landesvorsitzende von Bezirksrat Toni Deller (Landshut), der von ihm politische Aussagen vermisste. Er wolle, was die Fehler der Vergangenheit anbelange, nicht nachtreten, so Deller, aber im Duin-Grußwort habe er den notwendigen Mut vermisst und Verzagtheit festgestellt: „So dürfen wir nicht weitermachen.“

Quelle: www.pnp.de


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