64 Prozent der Bürger aus dem Landkreis Regen entscheiden sich für den Bahnprobebetrieb Viechtach-Gotteszell

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Die FDP Regen dankt allen Bürgerinnen und Bürgern für Ihre Unterstützung.

Gut 64 Prozent der Wähler aus dem Landkreis Regen haben sich bei einem Bürgerentscheid am Sonntag, den 8. Februar für die Wiederbelebung der traditionsreichen Zugverbindung zwischen Viechtach und Gotteszell im Altlandkreis Viechtach ausgesprochen. Bereits im kommenden Jahr kann der Zugverkehr auf der 25 Kilometer langen Strecke in Betrieb gesetzt werden. Ziel war es, den Raum Viechtach, insbesondere die Stadt, an das Fernverkehrsnetz anzubinden.

Die Wahlbeteiligung beim Bürgerentscheid lag bei 20,9 Prozent. Rund 64.000 Bürger im Landkreis Regen waren wahlberechtigt, davon stimmten 8.527 Bürger für den Probebetrieb und 4.808 Bürger dagegen. Vor allem in der Stadt Viechtach war die Wahlbeteiligung besonders groß: Die Wahlbeteiligung lag dort bei 43,53%, wonach sich von 6.774 stimmberechtigten Bürgern 2.521 für die Bahn aussprachen und 421 dagegen.

Dr. Wolfgang Schlüter, Vorsitzender des Fördervereins „GoVit“, dem auch der FDP Kreisvorsitzende Mathias Baur aus Viechtach angehört und dort kräftig mitgewirkt hatte, sprach von einem guten Tag für die Region und einer Chance für den ÖPNV im ganzen Landkreis. Mathias Baur war tatkräftig bei allen Infoveranstaltungen des Fördervereins sowie bei zahlreichen Infoständen im Landkreis mit vertreten. Außerdem betrieb der FDP Kreisverband flächendeckend Werbung in facebook und twitter sowie in der Tagespresse der Passauer Neuen Presse.

Bereits in den 90er Jahren wurde die Bahnlinie Viechtach-Gotteszell stillgelegt. Die Zuglinie wurde danach vom Bahnverein nur noch im Sommer von Nostalgiezügen für Wanderer und Urlaubsgäste benutzt. Hin und wieder fuhr auch die Regentalbahn ihre Züge zur firmeneigenen Werkstatt nach Viechtach. Allein aus diesem Grund war der Erhalt der Bahnlinie schon äußerst wichtig, um in der Stadt Viechtach die Werkstatt mit ihren Arbeitsplätzen erhalten zu können.

Die größte Gegnerschaft kam aus den Reihen der Eltern, die große Nachteile bei der Schülerbeförderung befürchten. Momentan werden die Schulkinder mit Bussen zur Schule gefahren, für viele Kinder bedeutet der Einsatz des Zuges eine Umstellung bei den Fahrzeiten. Vor allem Rita Röhrl, Bürgermeisterin aus Teisnach, setzte sich wegen der Schülerbeförderung gegen die Bahn ein. Ein weiterer Grund war die Befürchtung, dass es Probleme mit dem Autoverkehr geben könnte, weil der Zug im Stundentakt mitten durch Teisnach fährt und so die Ortschaft zertrennt wird. Zudem ist der Teisnacher Bahnhof schon vor langer Zeit abgerissen worden.

Der Freistaat finanziert den zweijährigen Probebetrieb, der Landkreis Regen soll aber zehn Prozent der Kosten tragen. Die Kostenbeteiligung liegt für den Landkreis demnach bei bis zu 400.000 Euro. Vom Freistaat kommen bis zu vier Millionen Euro.

Ob es nach dem Probebetrieb auch langfristig weitergeht, hängt von der Zahl der Bahnfahrer ab: 1.000 Menschen müssten die Bahnlinie täglich nutzen, damit sie langfristig betrieben werden kann. Es bleibt nun nur noch zu hoffen, dass möglichst viele Menschen die Bahnlinie nutzen und so den ÖPNV im Landkreis Regen unterstützen.


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