FDP erobert das Landshuter Rathaus

Stichwahl: CSU-Kandidat Radlmeier unterliegt Alexander Putz deutlich

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Sensation: Alexander Putz (hier seinen Anhängern winkend) wird neuer Oberbürgermeister von Landshut. (Fotos: cv)

LANDSHUT(jv) – Dieser Wahlabend hat historische Dimension: Der in Niederösterreich geborene FDP-Politiker Alexander Putz hat sich gestern bei der Stichwahl um den OB-Sessel in Landshut klar mit 63 Prozent durchgesetzt und seinen CSU-Kontrahenten Helmut Radlmeier (37 Prozent) meilenweit abgehängt. Damit wird der 53-jährige Bauingenieur im Januar den aus Altersgründen scheidenden Oberbürgermeister Hans Rampf ablösen und als erster Liberaler Chef einer kreisfreien Stadt Altbayerns. Für die CSU wiederum ist die Niederlage ein Debakel: 47 Jahre lang hatte die Partei mit Josef Deimer und Hans Rampf in der Bezirkshauptstadt regiert – nun ist der schon nach dem schwachen Abschneiden Radlmeiers im ersten Durchgang befürchtete Machtverlust perfekt.

Putz nahm seinen zumindest in dieser Höhe sensationellen Erfolg scheinbar gelassen hin. „Ich bin äußerlich ruhig, innerlich aber schon überwältigt“, sagte er in einer ersten Reaktion. Er freue sich, dass so viele Bürger ihm das Vertrauen geschenkt haben. „Vor der neuen Aufgabe habe ich Respekt, blicke ihr aber auch mit großer Vorfreude entgegen“, sagte Putz in einer ersten Stellungnahme. Inhaltlich kündigte das designierte Stadtoberhaupt eine „Transparenz- und Kommunikationsoffensive“ an. Auch mit Blick auf die schlechte Wahlbeteiligung, die gestern bei nur 45 Prozent lag, sei es dringend nötig, mehr als bisher mit den Bürgern zu reden.

Bei der CSU saß der Schock über die schwere Niederlage tief. Der sichtlich angeschlagene Radlmeier bezeichnete das Ergebnis als Enttäuschung – „für mich persönlich und für meine Partei“. Die Ursachen sind vor allem in der seit Jahren anhaltenden Zerstrittenheit des Landshuter Kreisverbands zu suchen: Im Stadtrat hat sich die CSU-Fraktion vor rund drei Jahren gespalten. Kreischef Radlmeier, der auch Stimmkreisabgeordneter im Landtag ist, konnte diese Trennung nicht überwinden.

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CSU-Kandidat Helmut Radlmeier war über sein Resultat tief enttäuscht.

Während die CSU also ihre Wunden leckte, war bei der Bayern-FDP der Jubel groß. Landeschef Albert Duin gratulierte Putz zu dessen „verdienten Wahlsieg“ und rühmte seinen Wahlkampf als „sachlich, authentisch und nah am Bürger“.

 

(Quelle: Landshuter Zeitung vom 24.10.2016, Stadtteil Landshut)


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