OB-Wahl in Landshut: Eindrücke vom Wahlabend – „Nicht zu viel Euphorie“

Alexander Putz freut sich, aber schwört alle schon auf Stichwahl ein

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Er ist der Sieger des Abends: Alexander Putz mit seiner Frau Sabine, seiner Tochter Sabrina Klein (2.v.l.) und seiner Stieftochter Lea Mutschler (4.v.l.). Foto: hz

Er hat es irgendwie schon vorausgesehen: Alexander Putz hat bereits am Nachmittag dieses denkwürdigen Wahlsonntags seinen persönlichen Tipp abgegeben. 28,5 Prozent für Putz lautet der. Tatsächlich erhält der 53-Jährige 27,86 Prozent. Vielleicht ist das ja der Grund, warum er das für ihn triumphale persönliche Ergebnis so unheimlich gefasst aufnimmt, als es im Plenarsaal von der Leinwand flimmert. „Ich will das erst mal sacken lassen“, sagt er zu diesem Zeitpunkt. Er ist im Plenarsaal längst das Zentrum der Aufmerksamkeit geworden. Immer wieder halten Kameraleute und Fotografen auf ihn.

Etwas gelöster wirkt er dann, als er um kurz vor acht „Paolos Weinbar“ im Ainmillerhof betritt und die zahlreichen Anhänger ihn applaudierend empfangen. „Natürlich freue ich mich, aber bitte: Seid nicht zu euphorisch, es ist nur ein Etappenziel“, sagt Putz in einer kurzen Rede an seine Anhänger. Er bleibt auch zwischen all den Gratulanten und feierfreudigen Parteianhängern ruhig und diszipliniert. Es gibt keinen Zweifel: Putz will die Stichwahl gewinnen und dafür will er in den nächsten zwei Wochen nochmal richtig anpacken. „Ich bin überzeugt, dass wir in zwei Wochen unser eigentliches Ziel erreichen werden, nämlich, dass ich Oberbürgermeister von Landshut werde.“ Alle Pläne für den Wahlkampf lägen bereits in der Schublade. Und schon gestern Abend sollten die Wahlplakate mit „Jetzt Putz – Stichwahl“ beklebt werden.

Dass Putz es geschafft hat, sich als bürgerliche Alternative zu Helmut Radlmeier zu präsentieren, lässt sich auch an den Gästen seiner Wahlparty ablesen: Neben Vertretern der Bürger für Landshut (BfL) und der Freien Wähler sind sogar einige CSU-Anhänger aus dem Landkreis gekommen. „Der Putz sorgt für einen frischen Wind in der Stadt“, sagt einer von ihnen. Und Andreas Löscher von den BfL, die Putz schon im Wahlkampf unterstützten, bringt es so auf den Punkt: „Ich bin froh, dass ein vernünftiger und pragmatischer Mensch diesen Erfolg eingefahren hat.“ Das Ergebnis von Helmut Radlmeier nennt er ein „Fiasko für die CSU“.

Apropos CSU: Auch Bernhard Leder ist gekommen, aktives CSU-Mitglied, der per Anzeige für Putz geworben und damit in CSU-Kreisen für maximalen Unmut gesorgt hatte (die LZ berichtete). Er sieht sich an diesem Abend in seiner Haltung bestätigt. Mittlerweile habe er seinen Austritt zum Jahresende aus der CSU erklärt, erzählt er. Ein „Landshut kann es besser“-Aufkleber aus Putz’ Wahlkampffundus ziert sein Hemd. Leder ist bei weitem nicht der Einzige hier, der sehr stark davon ausgegangen ist, dass es zu einer Stichwahl kommt. Auch Norbert Hoffmann, einziger FDP-Stadtrat Landshuts, gibt sich nicht überrascht über Putz’ Abschneiden. „Dass aber der CSU-Kandidat nur knapp über 30 Prozent erreicht, davon bin ich überrascht.“ Den Erfolg von Putz erklärt sich Hoffmann vor allem damit, dass man es rübergebracht habe, dass er der Richtige sei, um die vielen kommenden Aufgaben der Stadt anzugehen. „Und er kann die Stadt nach außen repräsentieren.“

Putz selbst erklärt sich seinen Erfolg auch damit, dass er darauf verzichtet habe, die Mitbewerber anzugreifen. Diesem Stil will er auch in den nächsten zwei Wochen treu bleiben. -sj-

(Quelle: Landshuter Zeitung vom 10.10.2016, Stadtteil Landshut)


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