In Waldkirchen Erkundungstour durchs östliche Niederbayern gestartet

Nicole Bauer ist seit September die einzige FDP-Bundestagsabgeordnete in Niederbayern. Und damit sie auch den östlichen Bereich ihres Wirkungskreises kennenlernt, hat ihr Parteikollege MdL Alexander Muthmann sie auf eine Besichtigungstour eingeladen. Erste Station war die Stadt Waldkirchen mit einem Besuch bei Bürgermeister Heinz Pollak. Nicole Bauer freute sich sehr über das Treffen, zumal sie Heinz Pollak aus früheren Zeiten kennt. Pollak gab einen Überblick über die Entwicklungen in der Stadt Waldkirchen und ging neben den vielen Vorzügen, die der ländliche Raum zu bieten hat, auch auf Probleme ein, wie zum Beispiel beim Breitbandausbau.

„Wir machen bei allen Förderprogrammen mit, aber bekommen einfach keine hohen Übertragungsraten her – vor allem nicht in den Außenortschaften“, erklärte Pollak. „Hier brauchen wir dringend Unterstützung.“ Ähnliches gelte für den Erhalt und Ausbau der Gemeindestraßen. „Für 200 Kilometer erhalte ich 360 000 Euro“, so Pollak. „Damit kann ich gerade mal zwei Kilometer teeren.“ Mehr Hilfe erwartet hätte sich das Stadtoberhaupt auch bei der Aufarbeitung der Unwetterschäden vom Jahr 2016. „Wir haben insgesamt einen Schaden von 80 Millionen Euro, die Stadt allein von 18 Millionen Euro. Und vom Freistaat habe ich nicht ganz 30 000 Euro für die Feuerwehreinsätze erhalten.“ Die allgemeinen Förderangebote zur Sanierung der Infrastrukturschäden könne Pollak nicht wahrnehmen. „Wenn ich 50 Prozent Förderung erhalte, müsste ich trotzdem neun Millionen Euro selbst aufbringen“, so Pollak. Und dies sei schlichtweg nicht möglich. Muthmann erklärte, dass es trotz dem großen Engagement von Pollak oft ein mühsames Ringen sei, um die Leistungsfähigkeit aufrecht zu erhalten.

Doch auch Positives hatte Pollak zu vermelden, wie die Spendenaktion für Hilfsbedürftige, die er ins Leben gerufen hat. „Wir haben keine Leerstände mehr am Stadtplatz, die Gästeübernachtungen gehen nach oben und ebenso wächst die Bevölkerung an“, sagte Pollak. Investiert werde kräftig in die Digitalisierung der Schulen und der Bau eines weiteren Kindergartens sei in Planung. Von besonderer Bedeutung sei für die Stadt das Unternehmen Garhammer als Arbeitgeber für 500 Mitarbeiter. Bei einem Abstecher in das Modehaus erklärte Geschäftsführer Christoph Huber die Strategie des Betriebes, der seit 1896 in Familienbesitz ist. 2013 wurde das Haus umgebaut, „das letzte große Projekt, das Parkhaus mit einer Bäckerei und innerstädtischem kleinen Laden, wurde vor vier Wochen fertig gestellt“, so Huber, der auch noch auf die Themen Internethandel und die Werbung von Kunden in Tschechien einging. Besonders interessierte Nicole Bauer die Meinung von Christoph Huber zu Geschäftsöffnungen an Sonntagen. Huber sprach sich dagegen aus, „wir haben 302 Tage geöffnet, da brauchen wir keine zusätzlichen Sonntage“. Wichtig für das Unternehmen sei auch eine funktionierende Infrastruktur, sowohl im Bereich der Straße als auch beim Mobilfunk.


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