„Bürokratie macht uns das Leben schwer“

FDP- Bundestagsabgeordnete Nicole Bauer und Karin Doppelbauer, österreichische Nationalrätin der NEOS, lernten bei einer Hofbesichtigung mit anschließender Diskussion den landwirtschaftlichen Familienbetrieb Wagner kennen, dessen Produktionsschwerpunkte auf Einlegegurken und Erdbeeren liegen.

Landwirt Alois Wagner klagte über die bürokratischen Prozesse in Landwirtschaft und Zertifizierung, die die Einstellung von zusätzlichen Büroangestellten bedingten und außerdem viel Zeit und Geld kosteten. Überdies sinke laut Wagner das Ansehen der Bauern in der Gesellschaft. „Konsumenten wollen regionale Produkte, sind jedoch nicht bereit, mehr Geld dafür auszugeben und kaufen oft lieber internationale Billigprodukte“ empörte sich der Landwirt.

Für Bauer steht diese Tatsache arg im Widerspruch zu dem sehr erfolgreichen Volksbegehren für mehr Artenvielfalt. Wirklich konsequent von den Unterstützern wäre laut Bauer, einerseits im eigenen Garten Blühpflanzen statt Steingärten anzulegen und andererseits zu qualitativ hochwertigen, regionalen Produkten zu greifen, anstatt auf Schnäppchenjagd im Discounter zu gehen.

Im Bereich des Umweltschutzes in der Landwirtschaft sieht Bauer allerdings auch Verbesserungspotenzial. „Verpflichtende Stilllegungsflächen helfen keinem, da sie auf Dauer nicht für mehr Biodiversität sorgen“ konstatierte die Abgeordnete.

Doppelbauer betrachtete die Landwirtschaftspolitik aus der Warte Österreichs: „Wir stehen aufgrund des kleinstrukturierten Charakters unserer Landwirtschaft vor besonderen Herausforderungen. Gerade deshalb ist eine sinnvolle Reform und Ökologisierung der GAP für unsere Landwirte besonders wichtig.“

Bauer hält nicht nur ein Umdenken in der Landwirtschaftspolitik für sinnvoll, sondern tritt vor allem auch für die verpflichtende Einführung des Schulfachs Wirtschaft und Ernährung ein, um jungen Menschen den Wert der Lebensmittel wieder näher zu bringen.


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